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Christian Lindner ist Aalkönig von Bad Honnef

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Der FDP-Bundevorsitzende Christian Lindner wurde in Bad Honnef vor rund 400 Gästen am Freitagabend zum Aalkönig der Neuzeit gewählt. Es war bereits das 13. Krönungsfest, das in Bad Honnef im Zeichen der guten Tat stattfand. Mehr als 300.000 Euro konnten durch das Aalkönigfest bisher in soziale Projekte fließen. Christian Lindner ist der 13. Regent, der den Bad Honnefer Aalkönigsthron besteigt. Er folgt auf die TV-Moderatorin Maybrit Illner. Vorherige Regenten sind in der Reihenfolge Ihrer Regentschaft Wolfgang Clement, Konrad Beikircher, Lothar Späth, Friedrich Merz, Peer Steinbrück, Hans-Dietrich Genscher, Rosi Mittermaier, Rudolf Seiters, Jean-Claude Juncker, Theo Waigel und Reinhard Kardinal Marx.

„Majestäten, Eminenzen, Excellenzen, hochverehrtes Aalvolk: 2 Königinnen, 10 Könige haben seit 2003 in der Aalmonarchie der Neuzeit regiert. Und heute krönen wir gemeinsam einen neuen Herrscher.“ Mit diesen Worten eröffnete Staatssekretär a.D. Friedhelm Ost den Krönungsabend um Punkt 19:30 Uhr.

Besonders begrüßte er die noch regierenden Königin: „Was die Kanzlerin für unsere Republik ist, war sie für unsere Monarchie: Hier in den grenzenlosen Fanggründen am Rhein verkündete sie nicht nur eine Willkommenskultur, sondern forderte auch eine Integrationskultur.“ Umso schwerer sei es dem Aalkönigkomitee gefallen, einen Nachfolger für Sie zu finden. „Unsere Reusen- und Zeesen-Experten sind auf den größten der seltenen Liber-Aalen gekommen. Die freidemokratischen Exemplare sind eine Rarität: In der Spree sind sie zur Zeit gar nicht zu finden. In der Elbe und Weser gibt es inzwischen jedoch prächtige feminine Liber-Aale. In Düsseldorf am Rhein ging uns der Bundesvorsitzende der FDP ins Netz. Wir wollen ihn heute zum 11. Aalkönig des Rheinlandes krönen.“

Nach dem Medaillon vom Rinderfilet mit Kräuterkruste, Kartoffel-Trüffel-Strudel und gefüllten Mini-Paprika war es dann auch Zeit für die traditionelle Zeremonie.

1. Runde: Laudatio Maybritt Illner: „36 und schon König – das ist mal wieder typisch für Christian Lindner! Für einen, der überall der Erste und der Jüngste ist. Nur zum Vergleich: Prinz Charles ist 66 und es sieht sehr danach aus, als bliebe er für immer Prinz. Herzlichen Glückwunsch!“.

Lebensweisheiten, historische Parallelen und scharfe Spitzen hatte Maybrit I. für ihren Nachfolger im Gepäck: „Sein Geburtsort Wuppertal scheint ihn da mehr geprägt zu haben, als er selbst glaubt: Die Geburt des Kapitalismus aus dem Geist der Unentspanntheit: Fleißig, ehrgeizig und streng. Wuppertal – eben irgendwo zwischen Friedrich Engels und Alice Schwarzer. Der echte rheinische Kapitalismus kann ihm da nur gut tun: Lustvolle Ineffizienz, grundlose Gelassenheit und Genuß ohne Reue, den man sich nicht immer unter Tränen verdienen muss. All das kann der neue Aalkönig hier im schönen Rheinland lernen!“

Um 22:00 Uhr dann betrat Christian Lindner die Bühne und nahm die Insignien der Macht von den Komiteemitgliedern Susanne Guski-Leinwand, Günther Raths, Michael-Holmer Gerdes, Manfred Speck, Fabian Ost, Stefan Vesper, Rüdiger Fuchs und Heinz Warneke entgegen: Urkunde, Aalkönig-Plastik und den königlichen Präsentekorb.

Nach Zeremonie und traditionellem Pressefoto gehörte dem neuen König die Bühne: „Auf diesen 16. Oktober 2015 habe ich gewartet. Mit fiebriger Spannung habe ich ihn ersehnt. Seit den frühen Morgenstunden hat der FDP-Vorsitzende Gänsehaut. Denn endlich... endlich hat er wieder ein Regierungsamt!“, so der frisch gekrönte Aalkönig.

„Die Zeit war ja lang und zu lang seitdem zuletzt ein FDP-Vorsitzender ein solches bekleiden durfte. Heute ist es soweit. Das zeigt Ihnen meine Lage: In der größten Not wird der Freie Demokrat zum Monarchisten!“, so Lindner am Anfang seiner Antrittsrede. Er stellte klar: „Mit dieser Ehrung darf ich nun in eine große Dynastie eintreten. Ihr gehören nicht nur Theodor, Hans-Dietrich und Wolfgang an. Von heute an stammt der FDP-Vorsitzende in direkter Linie von Marx ab.“

Auch auf die scharfen Spitzen der Vorgängerin ging der neue Regent nur zu gern ein: „Sie sprach von mir und der FDP mit einem Tremolo, als ob... als ob es um das Artenschutzabkommen der Vereinten Nationen ginge! Und welcher Freidemokrat steht schon gerne auf einer roten Liste...“. Lindner weiter: „Ich hätte gewarnt sein können. Schon letztes Jahr erinnerte sie daran, dass der Aal 2009 noch Fisch des Jahres geworden war – um 2013 dann auf die Liste der bedrohten Arten zu kommen. Das kommt mir als FDP-Mitglied bekannt vor. Denn so ist das bei den Journalisten: Erst schreiben sie, dass Du über’s Wasser gehen kannst – und dann merkt man: Es ist die Wupper!“

An sein neues Aalvolk wandte er sich dann noch in Reimform:


„Ich will mein aales Volk so regieren,

dass die Zitteraale das Zittern verlieren!

Dass der europäische Aal wieder an Europa glaubt

und die Glas-Aalin sich durch die gläserne Decke schraubt.

Vor allem aber soll der Gelb-Aal nicht mehr unter Artenschutz steh’n,

sondern den Bundestag wieder von Innen seh’n!“


Bad Honnef ließ seinen neuen König lautstark und mit Standing Ovations hochleben. Christian I. ist ein volksnaher König, der sich sogleich unter sein neues Volk mischte. Gemeinsam ging der schöne Abend weit nach Mitternacht im Foyer des Kurhauses zu Ende.