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Interview: Frieden geht anders – ein Projekt der evangelischen Jugend Bad Honnef gefördert durch den Aalkönig

Im Jahre 2001 wurde die Aalkönigidee zum Erhalt des renovierungsbedürftigen Aalschokkers Aranka geboren. Ein einmaliges Fest sollte die notwendige Restaurierung des Bad Honnefer Wahrzeichens ermöglichen. Heute, 13 Jahre später, geht es Aranka besser als je zuvor. Bereits zum 2. Mal gönnte das Aalkönigkomitee der alten Dame den Wellnessaufenthalt in der Werft in Oberwinter. Doch die Idee ging weit über gebohnerte Planken eines historischen Aalschokkers hinaus. Über 200 Projekte förderte die Aalkönigidee mit über 250.000 Euro – bis 2013. Dann änderte das Komitee die inhaltliche Ausrichtung der Projektförderung. In Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendring Bad Honnef rief das Komitee das Jahresthema „Gewaltprävention bei Jugendlichen“ aus, unter dessen Klammer viele wertvolle Projekte gefördert wurden.


In diesem Jahr unterstützt der Aalkönig zusätzlich das  Projekt „Frieden geht anders“.  Über das Komitee wurde der Kontakt zur OVB Vermögensberatung AG hergestellt, die sich langfristig engagieren wollte. 3 Jahre fördert die OVB Vermögensberatung AG das Projekt mit jährlich 7500 Euro.

Andreas Roschlau, Jugendleiter der evangelischen Kirchengemeinde Bad Honnef, stellte das Projekt im Juni der Öffentlichkeit vor, dessen zentrales Element die Ausstellung „Frieden geht anders!“ ist, die vom 20. August bis zum 4. September im Katholisch-Sozialen Institut stattfindet – inklusive zweier Gesprächsrunden! Sowohl mit Bürgermeister Otto Neuhoff (20.8) als auch mit Dr. Norbert Röttgen, dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses im Dt. Bundestag (27.8.), können Jugendliche ins Gespräch kommen und Fragen von Krieg und Frieden diskutieren.


Herr Roschlau, wie kam es zu dem Projekt?

Seit vielen Jahren werden bereits Projekte der Evangelischen Jugend Bad Honnef durch den Aalkönig gefördert. Nach der neuen Ausrichtung der Förderung lag es daher nahe, sich im Rahmen des neu gegründeten Netzwerks Gewaltfrei ebenfalls mit einem Projekt zu beteiligen, zumal Frieden und Gewaltprävention schon immer zentrale Themen evangelischer Jugendarbeit gewesen sind. Da sich bereits viele Projekte mit der individuellen Ebene von Gewaltprävention beschäftigen, wollten wir den Fokus – nicht zuletzt auch wegen der vielen gewalttätigen Konflikte weltweit, die medial auf die Jugendlichen einwirken – mehr auf die politische bzw. zivilgesellschaftliche Ebene legen.


Was verbirgt sich dahinter? Worum geht´s?

Mit unserem Friedensprojekt wollen wir Jugendlichen ermöglichen, sich Wissen anzueignen und einzuordnen, Zusammenhänge herzustellen und zu beurteilen, um dann selbst aktiv zu werden. Zentrales Element ist in diesem Jahr die Multimedia-Ausstellung „Frieden geht anders!“, die anhand von neun konkreten Konflikten aufzeigt, wie mit verschiedenen gewaltfreien Methoden Kriege und gewalttätige Auseinandersetzungen verhindert bzw. beendet werden können. Um die Ausstellung herum gruppieren sich weitere Veranstaltungen mit Politikern, Funktionsträgern, Künstlern und Friedensfachkräften, bei denen Jugendliche die Möglichkeit haben, sich aus erster Hand zu informieren und eine Brücke zu schlagen zwischen ihrer Welt und den vielfältigen Konflikten weltweit. Aus Information und Emotion soll dann persönliches Engagement werden, daher bieten wir zusätzlich ein Schulungswochenende für interessierte Jugendliche an, die sich für Friedensarbeit qualifizieren wollen. Das ganze Projekt wird auf einem von Jugendlichen selbst betriebenen YouTube-Kanal dokumentiert.


Wer ist beteiligt?

Bei dem Projekt sollen vor allem die Jugendlichen selbst aktiv werden. Eine Gruppe von ca. 25 jugendlichen Mitarbeitenden der Ev. Jugend plant und organisiert die meisten Veranstaltungen und Aktionen. Begleitet werden sie über den gesamten Projektzeitraum von einer Konflikt- und Friedensforscherin, die fachliche Inputs gibt und die Jugendlichen ebenso bei der Umsetzung der Ideen unterstützt. Ziel des Projekts ist es aber auch, möglichst viele Mitstreiter zu gewinnen und weitere Menschen und Organisationen in Bad Honnef zu motivieren, eigene Aktionen und Projekte zum Thema Frieden durchzuführen.


Jugendliche sollen zu Friedensstiftern werden? Was sollen sie lernen?

Zwei Dinge: Zum einen, dass Frieden mehr ist als die Abwesenheit von Krieg. „Wenn du Frieden willst, bereite den Frieden vor!“ Die Jugendlichen sollen die Kompetenz erwerben, die Ursachen von Krieg und Gewalt zu erkennen und mit geeigneten Methoden darauf einzugehen. Wichtige Stichworte sind dabei Empathie und gewaltfreie Kommunikation sowie interkulturelles Lernen. Die Jugendlichen sollen stark gemacht werden, friedlich und gewaltfrei zu kommunizieren und zu handeln. Zum anderen sollen die Jugendlichen den Zusammenhang zwischen der globalen Ebene und ihrer individuellen Situation in Bad Honnef erkennen und daraus die Motivation schöpfen, sich selbst aktiv für den Frieden in der Welt einzusetzen. Die Erkenntnis, dass persönliches gesellschaftspolitisches Handeln nötig und sinnvoll ist, ist ein wesentliches Ziel unseres Projekts.

Unterstützen auch Sie die Initiative des Aalkönigkomitee und fördern Sie Jugendprojekte mit Ihrer Spende an den Verein Aalkönig e.V.!

IBAN: DE77 3805 1290 0020 0132 07                                                 Konto-Nr.: 200 132 07

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